TOD IM RHEINLAND
 
Eine bunte Knochenlese von und mit Rainer Pause (Kabarettist) und Martin Stankowski (Geschichtenerzähler)
 
Geschichte und Kabarettprogramm
 
"Tod im Rheinland" ist eine Sitzung des Heimatvereins Rhenania, geleitet von seinem Alterspräsidenten Fritz Litzmann - alias Rainer Pause - , der als Tagesordnungspunkt III unter dem Aspekt der Heimatpflege auch die Grabpflege thematisiert, wozu er einen einschlägigen Experten eingeladen hat, den Rheinlandhistoriker Dr. Martin Stankowski. Dieser referiert in einem historischen Abriss die dargestellte Geschichte aus Totenkult und Sterberitualen, wobei der Alterspräsident mit zahllosen Interventionen, Einwürfen und Zwischenrufen das Motto verifiziert: der Historiker Stankowski weiß alles, aber Fritz Litzmann weiß alles besser.
 
Das Programm knüpft bewusst an Traditionen des Mittelalters an, als der Friedhof noch Zentrum des Gemeindelebens war, als dort noch Geschäfte gemacht, Recht gesprochen, getanzt und gefeiert wurde, und spannt den Bogen bis nach Mexiko, wo heute noch der Abschied auf dem Friedhof und die jährliche Erinnerung an Allerseelen als großes Fest gefeiert wird. Leben und Tod gehörten in der christlichen Tradition zusammen, erkennbar in den mittelalterlichen Riten und Kulten, bei denen die Heiligen und ihre Verehrung eine herausragende Rolle spielten, gerade als Helfer und Vermittler für Tod und Jenseits, für Himmel, Hölle und Fegefeuer. Das Programm geht weiter bis zur Aufklärung und zu den Franzosen, die vor 200 Jahren eine radikale Zäsur im Rheinland einleiteten. Aber auch Sozialdemokratie und Moderne haben ihre Spuren im Totenkult hinterlassen, einschließlich der Gegenwart, der ja eher die Tendenz zur Verdrängung des Themas Tod und Sterben nachgesagt wird.
 
Friedhof, Kirche, Bestatter
 
In seiner Mischung aus kulturgeschichtlicher Information und kabarettistischer Intervention leistet das Programm zweierlei: es informiert und unterhält, es bildet
und belustigt. Da es jedoch um den tatsächlichen Umgang mit dem Tod geht, findet es auch nur an den Orten statt, an denen es ganz real auch um den Tod geht, niemals im Theater. "Tod im Rheinland" hatte Premiere in einem Bestattungshaus und ist seitdem in 10 Jahren über 200 mal in Kirchen und Trauerhallen, auf Friedhöfen oder im Krematorium, im Museum für Sepulkralkultur, in einem Bunker, in Steinmetzwerkstätten und Friedhofsgärtnereien, Krankenhauskapellen und Klöstern gezeigt worden. Entsprechend sind auch die Veranstalter: Bestatter und Kirchengemeinden, Hospizgruppen und Initiativen der Anti-Aids-Kampagne, Friedhofsgärtner oder Steinmetze, Sterbebegleiter, Krankenschwestern und Ärzte.
Das Programm dient der Beschäftigung mit dem Thema für interessierte Laien ebenso, wie für Menschen, die tagtäglich und professionell mit dem Tod zu tun haben.